Klimaschutz wird konkret! Wir legen Maßnahmen fest.

 Einladung zu den Maßnahmenworkshops als PDF HIER abrufbar

Donnerstag, 17.10.2019 19:00 Uhr im Amt Rehna , Freiheitsplatz 1
Workshop 1: Klimaneutrale Siedlungsentwicklung
„Wie wollen wir zukünftig wohnen und leben?“

Workshop 2: Lokale Lern- und Bildungsangebote
„Wissen vermitteln, Fähigkeiten aufbauen“

Dienstag, 29.10.2019 19:00 Uhr im Amt Rehna , Freiheitsplatz 1

Workshop 3: Klimaschutz in Betrieben und Unternehmen
„Innovativ und klimafreundlich in die Zukunft“

Workshop 4: Klimaschutz Zuhause
„Jeder Beitrag zählt!“

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

+++ HINWEIS ZUR ANWOHNERBEFRAGUNG: Teilnahmetermin verlängert bis  13.10.2019 +++

„Ein Bullerbü des Klimaschutz“

Serie Klimaschützer: Heike Lorenz im Gespräch

von Anne Kraft

Ein rotes Holzhaus, umgeben von einem blühenden Gemüsegarten, der Stromzähler im Vorgarten. Und doch sind wir nicht in Schweden, sondern im Dorf Nesow. Der kleine Ort liegt rund einen Kilometer von der Hauptstraße entfernt und südlich von Rehna.

Das Häuschen gehört Heike Lorenz. Bereits einige Jahre zuvor baute sie im Ort ein Haus, wohnte zwischendurch wieder zur Miete aber „wenn man einmal Wohneigentum hat, ist Miete schwer.“ Wegen der hohen Nebenkosten in alten Häusern entschied sie sich für einen Neubau. Mit dem Naturstoff Holz zu bauen war für die gebürtige Voigtländerin dabei selbstverständlich, denn die Wohnatmosphäre und „Wärme eines Holzhauses kann ein Steinhaus nie bieten.“ Ein Niedrigenergiehaus sollte es sein – „aber kein Passivaus, denn ich habe gerne Türen und Fenster offen und eine Lüftungsanlage wollte ich nicht.“

Heike Lorentz aus Dorf Nesow über Holz und Wärmepumpe

Auch wenn es im Winter nicht so kalt wird wie in Schweden, eine gute Dämmung braucht es schon. „Beim Hausbau habe ich viele liebe Menschen kennen gelernt,“ sagt Frau Lorenz und beschreibt den rührenden Moment, als ein Bekannter ihr für die Dämmung mit Thermofloc, einem feinen Staub aus Altpapier, nur die Materialkosten berechnete – 2.500€ für das ganze Haus.  Und auch in den letzten Hitzesommern hat sich das Dämmkonzept bewährt: „Wenn es nicht gerade tagelang draußen heiß ist, bleibt es hier drinnen mit konstant 20°C schön kühl.“

Öl und Gas waren für Frau Lorenz bei der Heizung keine Optionen. „Ich bin davon überzeugt man muss im Einklang mit der Natur leben und so wenig Schaden wie möglich verursachen.“ Darum versorgt nun eine Luftwärmepumpe die 72m² der unteren Etage im Winter über eine Fußbodenheizung mit Wärme. Der Kessel steht im kleinen Wirtschaftsraum und das Aggregat im Garten. Unter Bäumen steht daneben ihre eigene Kläranlage – „die ist voll biologisch.“ Nesow ist an kein Wasserwerk angeschlossen und die Kläranlage spart langfristig Geld, denn die Kosten für Frischwasser sind mit 4€/ Monat gering.

Niedrigenergiehaus dank Dämmung und Luftwärmepumpe

Den Kamin nutzt Frau Lorenz nur, wenn es sehr kalt ist, „sonst rattert die Heizung die ganze Zeit durch.“ Die 30m² im ersten Stock werden über einen elektrischen Heizkörper versorgt, denn sie waren ursprünglich gar nicht eingeplant. „Aufgrund einer Vorgabe der Gemeinde musste ich eine Dachneigung von 30° einhalten und gedacht `Huch, noch ein Raum`. Jetzt habe ich ein schönes großes Arbeitszimmer.“

Derzeit liegen die Stromkosten im Monat bei 100€. Darum überlegt Frau Lorenz eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren. „Ich will mich von der Verbraucherzentrale noch beraten lassen, wie man das finanzieren kann.“ Auch einen eigenen Energiespeicher kann sie sich dazu vorstellen, „aber ich muss schauen wie groß das ist, ich habe nicht so viel Platz.“  – Darum steht auch der Stromzähler im Vorgarten.

Im Bereich Mobilität hat Frau Lorenz dagegen wenig Spielraum. „Den Weg zur Arbeit fahre ich leider mit dem Auto, weil es nichts gibt, was von hier direkt nach Lübeck fährt.“ Ab und an mal Home-Office wäre eine Möglichkeit – für die Teamleiterin, allerdings keine Dauerlösung. Auch beim eigenen Konsum ist sie sich der Gradwanderung bewusst. Viele Lebensmittel und auch Bio-Produkte sind in Plastik verpackt. „Wenn ich was in Plastik kaufen muss, dann hebe ich das auf und benutze es so lange bis es nicht mehr geht.“ Trotzdem der trockene Sommer den Maronenbäumen in ihren Garten zu schaffen macht, so lässt er doch schmackhafte Tomaten am Haus gedeihen   – ganz ohne Plastik.

Eco-Label (Einschränkung: Haus hat normalen Neubauzustand, kein Vergleich mit Altbau möglich da eine Sanierung. Vergleich Anlagentechnik (Luftwärmepumpe mit Netzstrom) mit Standard im Neubau (Gastherme mit etwas Solarthermie fürs Warmwasser). Durch Gas Einsparung von Endenergie als Ersatz von Netzstrom, daher geringe CO2-Einsparungen und keine Energiekosteneinsparung. Dies kann ökologisch und finanziell mit einer eigenen PV-Anlage verbessert werden. Der ökologisch orientierte Lebensstil ist mit gegebener Systematik nicht quantifizierbar. Eine Alternativ-Methode ist der CO2-Fußabdruck, welcher aber auch begrenzt aussagekräftig ist.

 

Kerngruppensitzung vom 24.09.2019

Am 24.09.2019 trafen sich ie Mitgleider der Kerngruppe im Amt Rehna zur Auswertung der Bürgerversammlung und Vorbereitung der Maßnahmenworkshops. Außerdem wurden durch Trigenius die Ergebnisse der Haushltsbefragung präsentiert. Das Protokoll der Veranstaltung finden Sie HIER. Die Präsentation kann HIER herunter geladen werden.

Zu den geplanten Maßnahmen-Workshops möchten wir u.a. mittels kleiner A4-Plakate einladen. Wenn Sie Vorschläge haben, an welchen Orten diese ausgehängt werden könnten, bitten wir um kurze Rückmeldung an Benjamin Materne (Trigenius) b.materne@trigenius-gmbh.de

Bitte merken Sie sich auch die für den 17.10. und 29.10.2019 jeweils um 9:00 Uhr geplanten Workshops vor.

Haushaltsbefragung

Wir bitten Sie, die nachfolgenden Fragen bis zum 18.09.2019 zu beantworten, zurückzusenden und uns so bei der Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts zu unterstützen.

Sollten Sie dabei Unterstützung benötigen, können Sie sich gerne an die Mitarbeiter der von uns beauftragten Trigenius GmbH Benjamin Materne (b.materne@trigenius-gmbh.de) oder an die unten freiwilligen Unterstützer*innen in Rehna wenden.

Ansprechpartner

Abgabe PRINT

Bitte geben Sie Ihren ausgefüllten Fragebogen bis zum 18.09.2019 zurück.
Bitte nutzen Sie dafür eine der folgenden Abgabemöglichkeiten:

Postalisch, per Fax oder per E-Mail:
TRIGENIUS GmbH,
Lübsche Str. 10, 23966 Wismar, Fax: 03841 / 22731 12, E-Mail: b.materne@trigenius-gmbh.de

Persönlich / Briefkasteneinwurf:
Amt Rehna – Bauamt,
Freiheitsplatz 1, 19217 Rehna (Di / Do / Fr 9-12 Uhr, Di 13-18 Uhr)

„Es funktioniert – Das ist die Botschaft“

Serie Klimaschützer: Dirk Groth im Gespräch

von Anne Kraft

Wir treffen den Bauamtsleiter Dirk Groth im Amtsgebäude in Rehna in seinem Büro. Auf dem Tisch liegen ausgebreitet Fotos von seinem Haus. Heute soll es nicht um die technische Erneuerung der Gemeinde gehen, sondern um Klimaschutzaktivitäten im Kleinen – als Inspiration für Interessierte und zum Nachmachen.

Bauamtsleiter Dirk Groth über Geothermie und Solar

Den ehemaligen Ingenieur für Geothermie hat die Technik, die Wärme aus der Erde für Heizung und Warmwasser verfügbar macht, schon immer fasziniert. Der Umzug vom Dorf an den Stadtrand Lübecks gab den Ausschlag. Im Neubau ließen sich 2013 neue technische Anlagen einfacher verwirklichen, als das alte Wohnhaus komplett umzurüsten. Bedenken hatte er dabei keine, denn „das ist kein Hexenwerk, man kann ja alles durchrechnen.“ Zwar brauchte es zu Beginn auch einiges an Investitionen, jedoch – so ist Herr Groth noch heute überrascht -, rentierten diese sich schneller als gedacht: „Bei Werbeprospekten ist man ja doch immer skeptisch aber ich habe die Zahlen stehen“ sagt er stolz.

Photovoltaik-Anlage auf dem Carport

Statt nur Energie zu verbrauchen, produziert und verbraucht Herr Groth heute seinen eigenen Strom. Die 6 kW-Photovoltaik-Anlage auf dem Car-Port produziert Strom und versorgt damit die Wärmepumpe, welche Wärme für die Heizung aus 83 m Tiefe pumpt – „das funktioniert wie ein Kühlschrank nur umgedreht.“ Der passive Wärmeschutz durch 3-fach-Verglasung und Dämmung hält das Haus im Winter schön warm – auch bei einer Vorlauftemperatur von nur 40°C in den oberen Heizkörpern. Durch effiziente LED-Beleuchtung und einen neuen Kühlschrank sparen er und seine Frau zusätzlich Energie. Den überschüssigen Strom leitet er ins Netz. Der intelligente Stromzähler managed den Stromverbrauch und die Einspeisung, während Herr Groth aus Eigeninteresse den Verbrauch mit den Vorjahresmonaten vergleicht.

Im Jahr bekommt er ca. 500€ für den eingespeisten Strom und zahlte 2018 so monatlich bei einer Grundfläche von 200m² effektiv nur 62,20€ „für alles vom Fernsehgucken bis zum Duschen.“ Weitere Pläne hat er schon, so sollen ein Elektroauto und ein Energiespeicher folgen. „Für den eingespeisten Strom bekommt man ja immer weniger, da macht es mehr Sinn, den selbst zu speichern und zu verbrauchen.“ Damit wird das Haus auch ein Stückchen weiter autark, und wenn es mal ganz kalt wird gibt es noch einen kleinen Kamin, „wenn man ehrlich ist, braucht man den aber nicht“.

Eco-Label Haus Dirk Groth (c) Trigenius

Handwerker- und Wartungskosten fallen mittlerweile fast weg. Dafür bekommt Herr Groth um so mehr Besuch von interessierten Nachbarn und Bekannten. Auch wenn es eigentlich nicht viel zu sehen gibt, überzeugt hat es einige dann doch: „Mensch dann geben wir eben an der Stelle mehr aus aber am Ende ist es für alle gut.“ Auch wenn der Klimaschutz nur ein Argument unter vielen ist und klar ist „Umweltschutz kostet,“ so sorgen die Investitionen von heute für berechenbar niedrige Energiekosten in der Zukunft und in Vorausschau auf das Rentenalter. „Es ist beim Neubau kein baulicher Aufwand und die z.B. Erdwärmesonden halten ewig.“ Alles in allem eine „super Sache.“

„Außen Denkmal, innen moderne Wohnlichkeit“

Serie Klimaschützer: Martin Reininghaus im Gespräch

von Anne Kraft

Denkt man an Rehna, denkt man zuerst an das Kloster. Doch auch das Schusterhandwerk prägte die Stadt – daran erinnert heute noch die Statue vor dem Amt. Was ist aus den rund 100 Schusterwerkstätten geworden? Am Mühlenteich, so schmal, dass man es fast übersieht, schmiegt sich ein kleines Fachwerkhäuschen in die historische Häuserzeile ein. Eine schiefe Kate, mit niedrigen Decken, zugigen Fenstern und ohne Komfort? – Nein, denn im Inneren erwartet eine skandinavische Gemütlichkeit und große Fenster eröffnen den Blick ins Grüne.

Herr Reininghaus über Denkmalsanierung

Als Herr Reininghaus und seine Frau das damals halb verfallene Häuschen vor 15 Jahren im Internet entdeckten, war beiden klar, „das ist ja eigentlich ein sehr nettes Häuschen.“ Insgesamt dauerte es vier Jahre bis aus der ehemaligen Schusterwerkstatt ein Wohnzimmer und aus dem Dachstuhl eine zusätzliche Etage entstanden. „Uns war wichtig, dass wir die Sanierung ökologisch einwandfrei und energetisch nachhaltig machen.“ Der Naturschutzaspekt spielt für Reininghaus schon seit der Anti-AKW-Bewegung eine Rolle.

Vorne Fachwerk, hinten skandinavische Gemütlichkeit

Der frühere Theologe und heutige Bauunternehmer setzte in Rehna vieles um, was er zuvor an anderer Stelle bereits erprobt und gelesen hatte. Der historisch verbaute Lehm wurde als Lehmputz recycelt und die Wand zur Straße mit einer darin verlegten 10cm Weichfaserplatte gedämmt. Aufsehen in der Nachbarschaft erregte die Dämmung des Feldsteinfundamentes mit Schaumglas Schotter (SGS), einem recycelten, mit Luft angereicherten Glas. „Das kann man mit dem Schneeschieber verarbeiten.“ Auch die Dämmung zu den Seiten mit eingeblasenen Cellulose-Flocken sorgte für verwunderte Gesichter. Jetzt bleibt es im Winter schön warm. Beheizt wird das Haus über einen Grundofen im Erdgeschoss, gekoppelt mit einer Gastherme und einem Pufferspeicher. „Unser jährlicher Wärmeverbrauch liegt bei 10.200kwh/Jahr, einschließlich Warmwasserversorgung“. 871 m³ Gas sind das im Jahr, „für sanierten denkmalgeschützten Altbau ist das ein guter Wert. Heizen wir im Winter den Ofen öfter, können wir den noch verbessern.“ Aus Platzgründen lagert das Holz in einer angemieteten Scheune. „Durch meine Tätigkeit auf dem Bau habe ich Holz ohne Ende – das reicht fast den ganzen Winter.“ Die kleine Grundstücksfläche von 175m² hat aber auch ihren Vorteil „die Pflege ist überschaubar.“

Eco-Label (c) Trigenius

Die Wohnfläche von 130m² erstreckt sich heute über 3 Etagen. Platz verschenkende Heizkörper gibt es im Wohnzimmer nicht, dafür eine Fußbodenheizung – „die machen wir nur an, wenn im Winter ganz kleine Enkel kommen.“ Moderne LED-Beleuchtung ermöglicht schlanke moderne Lampenformen. Gemeinsam mit dem Austausch der altersschwachen Wasch- und Spülmaschine verbraucht das Paar heute 25% weniger Strom. Bei 60€ Gesamtstromkosten fallen die 10 € zum Betrieb der Pumpen in den der Heizung richtig ins Gewicht. „Es kommen ja auch immer mehr Verbraucher dazu, die die Stromeinsparungen überkompensieren,“ ist sich Herr Reininghaus bewusst. Kommunalpolitisch setzt er sich derzeit dafür ein, dass es seinen grünen Strom bald direkt in Rehna kaufen kann – damit die Wertschöpfung in der Kommune gehalten wird.

Auch beim Thema Mobilität gibt es noch Baustellen. Zwar fahren Herr Reininghaus und seine Frau mittlerweile beide Erdgasfahrzeuge und reduzierten ihren CO2-Ausstoß für Mobilität damit um 50%, jedoch ist das Erdgastankstellennetz in der Region sehr dünn. Die Bahn ist zumindest in Richtung Lübeck dabei keine Alternative zum Auto – Rehna ist seit dem 19. Jahrhundert Endstation.

Wir suchen Ihre Klimaschutzprojekte

Für die vorgesehen „Sonderausgabe des Amtsboten“ werden Projekte gesucht, die in weiterem Sinne das Thema Klimaschutz berühren und von Privatpersonen, Unternehmen usw. in Rehna erfolgreich umgesetzt wurden.

Es müssen keine großen Dinge sein. Manchmal sind gerade die kleineren Maßnahmen greifbarer. Wenn Ihnen solche Beispiele aus Ihrem Umfeld bekannt sind, möchten wir sie noch einmal ermuntern, uns dazu kurz einen Kontakt mitzuteilen. Wir werden uns dann kurzfristig mit den entsprechenden Ansprechpartnern in Verbindung setzten.

Um bis zur nächsten Sitzung in diesem Bereich schon ein Stück weiter zu sein, wäre es gut, wenn Sie uns Ihre Vorschläge dazu möglichst zeitnah mitteilen. Bitte Senden Sie Ihre Ideen an Anne Kraft akraft@kmgne.de

Ihr Energiespartipp für Rehna

Kerzenlicht kann Lampen ersetzen, aber eine Lösung für die Zukunft ist das nicht. Wir sammeln darum realistische und umsetzbare Tipps zum Energie sparen in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Kerze statt Lampe?
  • Sie sparen mit Ihrer Familie oder in Ihrer Firma bereits erfolgreich Energie?
  • Sie setzen auf Erneuerbare Energien statt fossile Brennstoffe?
  • Sie haben Ideen für Klimaschutzmaßnahmen in Rehna?

Wir freuen uns über Ihre Geschichten! Senden Sie uns ein paar Zeilen. Die besten, originellsten und nützlichsten Tipps nehmen wir in die Energiespartipps für Rehna auf.

Hier finden Sie das Formular

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